Eine Einstellung bezeichnet wie gesagt eine Filmsequenz, die ohne Unterbrechung mit kontinuierlich laufender Kamera gedreht wurde. Als Faustregel kann gelten, dass jede Einstellung mindestens 3 Sekunden lang sein sollte, es sei denn, sie ist Teil einer Sport- oder Actionszene. Bei kürzeren Einstellungen entsteht das Gefühl von Hektik und Spannung, was natürlich auch bewusst eingesetzt werden kann, um eine atemlose Dynamik zu erzeugen. Doch im Normalfall sollten Sie die 3-Sekunden-Regel kennen und beherzigen. Jede Einstellung wird in einer bestimmten Kamera-Einstellung gedreht – daher der Name „Einstellung“. Sie bestimmt, wie groß das Motiv im Bild zu sehen sind. Die Größe vermittelt dem Zuschauer einen Eindruck von der Entfernung des Motivs zum Betrachter. Die Zuschauer greifen dabei auf ihre Alltagserfahrungen zurück: Ein Gesicht in Großaufnahme, das die Leinwand oder den Monitor ausfüllt, wirkt sehr intim und nah, Menschen als kleine Figuren innerhalb einer Landschaft dagegen scheinen weit entfernt. Zwischen Nähe und Entfernung hat sich die folgende Skala von Einstellungen eingebürgert.
Weit
In dieser Einstellung kommt es auf Einzelheiten nicht an. Landschaften, Sonnenuntergänge, Skylines werden „weit“ gezeigt. Diese Einstellung wird häufig als Beginn oder Abschluss einer Sequenz zusammengehöriger Szenen eingesetzt und vermittelt eine Überleitung zu einem neuen Abschnitt.

Totale
Die „Totale“ gibt dem Betrachter einen Überblick über das Geschehen und sorgt für Orientierung. Meist leitet sie einen Szenenwechsel ein. Wenn Sie zum Beispiel erst eine Totale von außen auf ein Haus und dann einen Innenraum zeigen, werden diese beiden Einstellungen filmisch miteinander verknüpft. Der Zuschauer erkennt durch den Bildwechsel, in welchem Haus sich der Innenraum befindet.

Halbtotale
In dieser Einstellung ist die Distanz zum Motiv immer noch recht groß. Man sieht komplette Menschen von Kopf bis Fuß, kann ihre Handlungen verfolgen. Die Körpersprache ist gut zu sehen, die Mimik jedoch bleibt ungenau.

Halbnah/amerikanisch
In der Halbnah-Einstellung sieht man den Oberkörper eines Menschen etwa von der Hüfte an. Die Beziehung der Personen zueinander ist ebenso gut beobachtbar wie die kommunikative Situation. „Amerikanisch“ zeigt noch etwas mehr von den Personen, etwa bis zu den Knien.

Nah
Diese Einstellung entspricht etwa dem Brustbild einer Person. Im Fernsehen ist „Nah“ die Einstellungsgröße der Nachrichtensprecher und Moderatoren. Häufig wird sie gewählt, um die Aufmerksamkeit auf die Mimik der Personen zu lenken.

Groß/Detail
Die Einstellung „Groß“ – engl. Close-up – zeigt den Kopf eines Menschen bis zum Hals bzw. Schulteransatz – die Wahrnehmung des Zuschauers ist ganz auf die Mimik konzentriert. In der Einstellung „Detail“ ist nur ein kleiner Ausschnitt einer Person oder eines Gegenstandes zu sehen. Der Eindruck von intimer Nähe entsteht. Mit diesen Einstellungen befindet man sich als Zuschauer im Zentrum des Geschehens.

Quelle: https://www.magix.com/de/videos-bearbeiten/videotechniken-schnitttechniken/