„Oft werden sogenannte »mentale Modelle« verwendet, um technische Geräte zu verstehen und zu nutzen. Das mentale Modell bezieht sich auf die Art und Weise, wie sich ein Nutzer in einer bestimmten Situation verhält, wenn er versucht, eine bestimmte Aufgabe zu vervollständigen. Anders gesagt: Der Nutzer glaubt bereits vor der Nutzung zu wissen, wie etwa das User Interface einer Applikation funktioniert und wie er Aufgaben damit meistern kann. Im Idealfall entspricht das mentale Modell eines Nutzers der Funktionalität eines technischen Geräts.
Ein Beispiel dazu: Stellen Sie sich vor, Sie händigen einem guten Freund ein Tablet aus, der zuvor noch niemals dieses Gerät gesehen und genutzt hat, und sagen ihm, dass er darauf Bücher lesen kann. Noch bevor er das Gerät eingeschaltet hat, wird er sich im Geiste den Prozess des Bücherlesens auf diesem Gerät vorstellen. Er wird mutmaßen, wie wohl die Bildschirmanzeige aussehen wird, wie man Buchseiten umblättern kann, und sich vielleicht fragen, ob es auch so etwas wie Lesezeichen gibt und wie diese realisiert sind. Diese bereits im Vorfeld getroffenen Annahmen über das User Interface beeinflussen den Nutzer anschließend auch bei der Nutzung.“
Auszug aus „App-Design“ (Jan Semler, Kira Tschierschke)